Burgunderbratenduft empfing uns hoch oben im Fünfeckigen Turm. An den herbstlich gedeckten Tischen der „Schmitthenner-Stube“ ließen wir uns das vom Ehepaar Braun zubereitete Mittagessen, samt Kaffee und leckerem Kuchen, gerne schmecken. Das hatten wir uns auch verdient.
Die Wanderung begann mit einer kleinen Aufregung am Bahnhof Sinsheim, drei der zwölf „Flotten Germanen“ wurden von sich-schließenden-S-Bahn-Türen daran gehindert auszusteigen. Nach kurzem Handy-Kontakt machte sich die Gruppe auf den Weg Richtung Bhf Arena/Museum, wo die im Zug „eingesperrten“ dann ausstiegen.
Somit ergab sich eine neue Streckenführung, zunächst unter der Bahn durch, am Segelflugplatz vorbei, dann etwas steiler den Weg zum Friedhof und auf die Höhe über Rohrbach. Auf einem Wiesenweg, mit herrlichen Ausblicken über den Kraichgau, die PreZero-Arena und die über allem thronende Burg Steinsberg, erreichten wir den Waldrand. Im Wald folgten wir die ganze Zeit dem Langlochweg, und erblickten dann, gerade wieder auf den Feldern, zur Linken den Katzenbuckel und vor uns den ersten Aussiedlerhof von Neckarbischofsheim.
Die Stufen und der schmale Fußweg zur Rückseite des Turms waren schnell erklommen.
Nun hieß es noch, die steilen, schmalen Treppen, eher Leitern, bis in die obere Turmstube zu besteigen. Oben angekommen, waren sich alle einig:
Achim hatte nicht zu viel versprochen!
Über die Hälfte der Wanderer war zum ersten Mal hier oben in dieser nostalgischen Stube, die dem Odenwaldklub seit 1964 als Klubraum dient. Damals bekam die Ortsgruppe Neckarbischofsheim den Turm von der Stadt „zur Nutzung und Pflege in Obhut“. Herr Braun, der 1. Vorsitzende des Vereins, setzte sich zu uns. Die angeregten Gespräche mussten dann leider unterbrochen werden, wir wollten die S-Bahn in Waibstadt nicht verpassen. Werner Braun begleitete uns noch durch den Schlosspark und wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen, bald wieder zu kommen.
Über einen schönen Waldweg und informativen Waldlehrpfad erreichten wir Waibstadt.
Dort spielte uns die Bahn nochmals einen Streich, das Abfahrtsgleis wurde geändert, die Schranke ging zu, aber dank eines aufmerksamen Bahnfahrers konnte die Tür aber so lange offen gehalten werden, bis alle eingestiegen waren.
Allgemeiner Tenor beim Aussteigen in Mauer:
„Es war eine wunderschöne Wanderung, bei goldenem Oktoberwetter, an die wir ganz bestimmt immer wieder denken werden.“

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